Sitemap
AnnaKarin Lundgren DDS, PhD, Head of Scientific Management, Business Unit Dental.
AnnaKarin Lundgren DDS, PhD, Head of Scientific Management, Business Unit Dental.

Es ist Zeit, einen neuen Standard zu setzen

Ein Interview mit Dr. AnnaKarin Lundgren, Leiterin Wissenschaftsmanagement im Geschäftsbereich Dental, welches einem Astra Tech Newsletter während des EAO-Meetings 2008 in Warschau beigefügt war.

Auf dem Astra Tech World Congress in Washington DC im Juni gab es eine bemerkenswerte Nachricht : Wir stellen den gegenwärtigen Standard für die Definition des Erfolges einer Implantatbehandlung – bezogen auf den Erhalt des marginalen Knochenniveaus – in Frage. Der aktuelle Industriestandard, basierend auf den Forschungsergebnissen zu anderen Implantatsystemen, akzeptiert einen mittleren Verlust des Knochens von ungefähr 1,5 Millimeter nach fünf Jahren.

Warum glauben Sie, dass es notwendig ist, einen neuen Standard zu bestimmen?
Der gegenwärtige Industriestandard stammt aus dem Jahr 1986 – und es ist seitdem viel passiert. 1986 wurden eine Reihe von Erfolgskriterien für die Messung und Verlaufskontrolle der Behandlung definiert, um die Sicherheit, Wirksamkeit und Vorhersagbarkeit von Zahnimplantaten beurteilen zu können. Ursprünglich lag das Hauptaugenmerk auf der Wiederherstellung der Funktion; heute aber liegt der Schwerpunkt genauso auf der Ästhetik und darauf, die Behandlung für den Zahnarzt und den Patienten zu erleichtern. Über die Jahre hinweg haben sich sowohl die Methoden als auch die Produkte für die Implantatbehandlung weiterentwickelt und verbessert. Wir sind der Meinung, dass die Standardnorm aktualisiert werden sollte, um das widerzuspiegeln, was heute erreicht werden kann. Es gibt keinerlei Gründe, warum der Kliniker oder der Patient sich mit weniger als dem Besten zufrieden geben sollte.

Astra Tech ist gegenwärtig die Nummer vier auf dem internationalen/globalen Implantatmarkt. Warum richten Sie Ihr Augenmerk darauf, einen neuen Standard festzulegen? Ist das nicht normalerweise die Aufgabe des Marktführers?
Wir haben uns schon immer sehr stark auf Forschung, Wissenschaft und Dokumentation konzentriert. Wir haben die Entwicklung hinsichtlich des Erhaltes des marginalen Knochenniveaus über viele Jahre hinweg bei unserem eigenen Implantatsystem wissenschaftlich dokumentiert und wussten immer, dass das marginale Knochenniveau bei Verwendung des Astra Tech Implantat-Systems™ außerordentlich gut erhalten bleibt. Wir haben nun die zahlreichen Studienergebnisse zusammengefasst, mit der Standardnorm verglichen und sind bereit, unsere exzellenten Daten der implantologischen Öffentlichkeit zu präsentieren. Es stellt sich heraus, dass das Astra Tech Implantat-System™ über einen Zeitraum von fünf Jahren eine Verminderung des marginalen Knochenniveaus von nur 0,3 Millimeter oder weniger zeigt. Das entspricht einer Leistungskennzahl , die mindestens viermal besser als die Industrienorm – 1,5 Millimeter – ist. Das bedeutet, dass Zahnmediziner alte Wahrheiten in Frage stellen und mehr von ihrem Implantatsystem fordern sollten, im Hinblick auf die Dokumentation genauso wie auf die Ergebnisse – letztlich aber zum Wohle des Patienten.

Wir sprechen von Millimetern; wie wichtig ist das wirklich?
Für den einzelnen Patienten kann ein Knochenverlust von einem Millimeter den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg bedeuten. Wenn es sich um einen gefährdeten Fall mit einem beschränkten Knochenangebot handelt, ist jeder Millimeter eine Menge wert für das Endergebnis. In der Molarregion kann dieser Millimeter den Unterschied ausmachen, ob es gelingt, die Funktion wiederherzustellen oder nicht. Bei der Ästhetik können gar 0,5 Millimeter über ein gesundes, natürlich aussehendes Weichgewebe oder über ein schwarzes Dreieck zwischen den Zähnen entscheiden.

Professor Tomas Albrektsson von der Biomaterialforschung an der Sahlgrenska Akademie der Universität Göteborg war einer der Autoren des wissenschaftlichen Artikels von 1986, in dem die aktuelle Standardnorm festgelegt wurde. Wie hat er auf Ihre Anfechtung reagiert?
Er stimmte zu, dass es an der Zeit sein könnte, den alten Standard von 1986 zu überdenken und dass ein neuer Standard vielleicht nur 50 Prozent – oder weniger – der Knochenresorption erlauben sollte, die gegenwärtig als ein erfolgreiches Behandlungsergebnis akzeptiert wird.

Werden Sie eine Konsensuskonferenz vorantreiben, um einen neuen Standard festzulegen?
Ich glaube nicht, dass ein Implantathersteller dies tun sollte. Wir können unsere eigene Dokumentation vorstellen, aber eine Konsensuskonferenz und ein neuer Standard für die Implantatbehandlung sollten von der zahnärztlich-akademischen Gesellschaft ausgearbeitet und festgelegt werden.

Marginal bone level change reported in prospective studies on Astra Tech implants.
Marginal bone level change reported in prospective studies on Astra Tech implants.

Wie sind Sie zu dem Ergebnis gekommen, dass das Astra Tech Implantat-System™ eine Reduktion des Knochenniveaus von nur 0,3 Millimeter oder weniger über einen Zeitraum von fünf Jahren bewirkt?
Das oben dargestellte Schaubild veranschaulicht unsere Resultate und die Standardnorm. Wir haben alle unsere prospektiven Röntgenstudien zu unseren Implantaten mit Conical Seal Design™, Connective Contour™ und MicroThread™ zusammengefasst, bei denen vollständige Studienkohorten vorlagen und eine chirurgische Standardimplantation durchgeführt worden war. Insgesamt sprechen wir von 12 wissenschaftlichen Artikeln, auf denen unsere Ergebnisse basieren.

Wie werden Ihre Wettbewerber – nach Ihrer Meinung – reagieren?
Sie werden hoffentlich ihre eigene Dokumentation zum marginalen Knochenniveau, verglichen mit der Standardnorm und mit unserem Astra Tech Standard, prüfen und veröffentlichen. Wenn sie überhaupt keine Dokumentation haben, dann wird es höchste Zeit, damit anzufangen.

Zum Schluss: Gibt es etwas, was Sie noch hinzufügen möchten?
Ich würde gerne jeden dazu anregen, beim Lesen von wissenschaftlichen Artikeln kritisch zu sein. Das Fazit des Artikels mag sich wirklich gut anhören, aber wie sieht es mit der Substanz dahinter aus?

Information
Scientific Review